Informationen September 2017
Hallo 2CV-Freunde

SWR-TV-Event „Autoliebhaber im Südwesten“

Ursprünglich hatte ich für das letzte Juli-Wochenende eigentlich noch eine Treffenfahrt nach Gedern eingeplant, aber dann kam von Thorsten Link, SWR Baden-Baden die Anfrage, ob ich interessiert sei, meine umgebauten Enten im TV-Beitrag „Autoliebhaber im Südwesten“ zu präsentieren. Wer könnte da schon „NEIN“ sagen, wenn sich so eine Gelegenheit bietet, die eigene „Entenflotte“ mal wieder in Szene zu setzen. Dass sich daraus für mich so ein Kraftakt entwickeln würde konnte ich noch nicht ahnen. Gerade 14 Tage vorher erst 60 Jahre alt geworden musste ich auch noch in der Woche vor diesem Termin acht meiner zum Teil 17 Meter hohen Fichten wegen Borkenkäferbefall „Notfällen“ und umgehend entsorgen. Auch das lief relativ reibungslos, bis zu dem Moment, an dem ich zum letzten Mal die dreiteilige Aluleiter benutzte. Bei deren Abbau hat wohl mein Schutzengel einen kleinen Moment lang weggeschaut und das nutzte das obere Teil der Leiter, um mir aus etwa 2 m Höhe auf den Kopf zu fallen. Ich hab’s gleich gemerkt - und sah Sekunden später aus wie Bruce Willis in seinen besten Filmen. Ein RTW kutschierte mich mit meiner 4 cm Kopf-Platzwunde in die Klinik, wo selbige kurzerhand „geklebt“ wurde und ca. eine Stunde später war ich wieder zuhause – und wieder an der Arbeit. Alles zum Glück nochmal glimpflich verlaufen, aber in die TV-Aktion ging es dann am Samstag halt mit leichtem „Dachschaden“.

Angesetzt war der Aufnahmetermin für Samstag und Sonntag, den 29. und 30. Juli jeweils um 10:00 Uhr im Kraftwerk Weiher, meinem Arbeitsplatz, wo in einer Halle die Fahrzeuge stehen. Ich wollte auch schon ab 9:00 vor Ort sein, um das ein oder andere an Vorbereitung noch zu treffen. Dummerweise hatte ich dann den Kopf voller Gedanken an Dinge, die ich eventuell am nächsten Morgen noch mitnehmen müßte und habe meinen Wecker auf 8:30 Uhr anstatt auf 7:30 Uhr gestellt. Gleich nach dem Erwachen - und als ich erkannte, dass es sehr knapp werden würde, habe ich dem Pförtner im Kraftwerk telefonisch Bescheid gegeben, dass ich ganz sicher bis gegen 9:30 Uhr eintreffen würde.

Dessen ungeachtet war das Kamerateam, mit Rasthaus-Moderator Thorsten Link schon gute 40 Minuten vor mir im Kraftwerk, wurde aber dankenswerter Weise von Christian Mickler, einem langjährigen Clubmitglied schon herzlichst empfangen.

Wir schritten auch gleich zur Tat und fuhren zu den ersten Aufnahmen erst mal mit dem gesamten Fahrzeugtross und dem Schmalen Hans auf dem Anhänger hoch zu „meiner Halle“. Diese Rundbogenhalle aus Wellblech steht mitten im Kraftwerksgelände und beherbergt auf 9 x 15 m Grundfläche seit gut 10 Jahren die 12 Enten-Umbauten die zumeist nur an Fasching, oder beim Saarlandtreffen gefahren werden. Ausnahmen bilden dann noch diverse Ausstellungen, Einladungen zu Feuerwehrfesten, oder andere Veranstaltungen, zu denen einzelne Fahrzeuge hin und wieder als „Eyecatcher“ gebucht werden. Ganz wichtig für mich und die Fahrzeuge – sie stehen da sicher und absolut trocken. Früher standen sie verteilt in Scheune, oder Kühlturm und die Inbetriebnahme dauerte bis zu zwei Stunden. Heute ist der gesamte Fuhrpark binnen knapp einer halben Stunde betriebsbereit und am Laufen. Im Bedarfsfall lege ich natürlich schon frühzeitig mit den Vorbereitungen los, betanke die Fahrzeuge und sehe zu, dass die Batterien bis zum Einsatztag alle aufgeladen sind. Das erleichtert die Sache ungemein – so meine Erfahrungen. An diesem Samstag waren aber erst mal nur die geparkten „Schätze“ das Ziel der Aufnahmen. Zu den einzelnen Fahrzeugen wurde ich dann jeweils zu einem Statement im Interview mit Thorsten Link gebeten und trotz der räumlichen Enge fand der Kameramann immer wieder einen Platz, oder auch eine Ecke, aus der heraus die Szenerie gut einzufangen war. Obwohl sich die Aktion in die Länge zog, kam nicht wirklich Langeweile auf. Als Ablösung für Christian kam am Mittag Patricia aus dem Club und leistete mir Gesellschaft, bis sie wiederum gegen 15 Uhr durch Guy Laudwein und Friedemann-Georg Klein vom 2CV-Club Happy-Ents-Saarbrücken abgelöst wurde, die dann blieben bis schließlich um 17 Uhr die Aufnahmen für diesen Tag erst einmal abgeschlossen waren. Ganz lieben Dank für die moralische Unterstützung.

Für den Sonntagmorgen sollten ab ca. 10:00 Uhr die ersten Fahraufnahmen auf dem Parkplatz gemacht werden. Im Fokus dabei unsere „Spielente“, bei der die Lenkung von mir dahingehend modifiziert wurde, dass sie nach rechts fährt, wenn man nach links lenkt und umgekehrt. Des Weiteren sind die Hinterräder etwa 5 cm außer Mittig auf den Bremstrommeln montiert, was dazu führt, dass im günstigsten Fall das Heck eine „Auf- und Nieder-Bewegung“ macht. Ist die Rad-Position durch Kurvenfahrt aber ungleich, so entsteht im „Fahrer“ eine Art oszillierende Hüftbewegung, die den ganzen Körper in Bewegung bringt. Zu dem „Auf- und Ab“ gesellt sich ein „Hin- und Her“, was je nach Tempo schon recht gewöhnungsbedürftig ist und eine allzu schnelle Fahrt eher ausschließt. Was macht man mit so einem Auto? - Spielen natürlich – was sonst !

Ziel des Spieles ist es, so schnell wie möglich mit der Ente zwischen vier rot-weißen Pylonen hindurch einem Parkour zu folgen der zu einem mit Wasser gefüllten Kinder-Planschbecken führt (Festgesetzte Max-Zeit 240 Sekunden = 4 Minuten). Dort muss der Spiele-Teilnehmer 6 Wasserbecher füllen die sich in einer Halterung an der Heckstoßstange der Ente befinden. Dann gilt es, mit der Ente wieder durch den Hütchenparkour zurück zum Start/Ziel-Punkt zu fahren. Dort steht ein Plastikzylinder mit ca. 12 cm Durchmesser und etwa 1 m Höhe. An diesem ist ein Zollstock angebracht, über den die Wassermenge abgelesen werden kann. In diesen Zylinder muss der „Spieler“ den mitgebrachten Wasservorrat leeren. Ist der letzte Becherinhalt eingebracht wird auch die Zeit gestoppt. Zeit und Wassermenge werden bei der Punktevergabe aufgerechnet. Umgeworfene Hütchen ergeben je 5 Punkte Abzug. Der Spieler muss abwägen, ob er schneller den Parkour fährt und dabei Wassermenge riskiert, oder ob er auf „Nummer Sicher“ geht, entsprechend langsamer fährt und möglichst viel Wasser mitbringt.

Rechen-Beispiel 1 (Langsam wenig Wasserverlust): Parkourzeit : 156 Sec, Wassermenge : 30 cm, Fehlhütchen : 0

(Max-Zeit – gefahrene Zeit) + Wassermenge in cm – Fehlhütchen = Gesamtpunkte

(240 – 156) + 30 – 0 = 114 Punkte

Rechen-Beispiel 2 (Schnell mit viel Wasserverlust): Parkourzeit : 105 Sec, Wassermenge : 5 cm, Fehlhütchen : 2

(Max-Zeit – gefahrene Zeit) + Wassermenge in cm – Fehlhütchen = Gesamtpunkte

(240 – 105) + 5 – 10 = 130 Punkte

Da geht also was, aber wirklich im Griff hat man so gut wie nichts bei diesem Gaudispiel . . .

Nacheinander hatten Dieter Hoffmann, Roland Heinrich, Patricia Lang und Andreas Ulrich das zweifelhafte Vergnügen den Geschicklichkeitsparkour zu meistern. Am Ende musste jeder in die Kamera sein Statement zu der nicht ganz alltäglichen Aufgabe abgeben. Ich bin gespannt, was davon am Ende im Film landet . . .

Nach der Spiel-Ente war dann eine Vorführung mit der allradgelenkten, zweimotorigen „Drugsterente“ gefragt.

Das ist „Papas Spielmobil“, also ganz genau mein Ding. Dabei möchte ich gerade noch anmerken, dass die Bauzeit für alle hier gezeigten und gefahrenen Fahrzeuge meistens bei vier Wochen lag. Immer zwei Wochen Urlaub, an denen ich von morgens 8 Uhr bis oft in die Nacht hinein gebastelt habe und dann noch zwei Wochen, an denen ich erst nach der Arbeit nochmal Hand anlegte, um bis zum jeweiligen Faschingsumzug wieder eine neue Kreation präsentieren zu können.

Bei der sogenannten „Drugsterente“ war allerdings die Bauzeit etwas länger, da an diesem Fahrzeug schon so einiges an Besonderheiten verbaut ist. Zum einen gleich zwei Antriebsaggregate nebst zwei gelenkten Achsen und dann sind da auch noch eine Vielzahl von lichttechnischen „Gimmicks“ und ca. 118 verschiedene Hupen und Sirenentöne implementiert. Man kann mit jedem der beiden Motoren nach vorne, nach hinten, oder auch gegeneinander fahren, was letztendlich aber nicht unbedingt effizient ist. Der Beifahrersitz ist herumgedreht und so hat der Copilot die Chance, die hintere Achse selbst zu lenken. Gas und Kupplung beider Motoren werden alleine vom Fahrer bedient, aber auch die Schaltung vom Heckmotor kann dem Copilot überlassen werden. Für Verladearbeiten, oder „Normalbetrieb“ auf der Straße kann die Hinterachse arretiert werden.

Doch nun genug zu diesen beiden Fahrzeugen, denn der große Konvoi mit sieben Enten sollte gegen 14:30 Uhr endlich starten. Ausgebremst waren wir zeitweise durch wiederkehrenden leichten Regen, aber die Zeit nutzten wir zusammen mit dem Kamerateam um in unserem „Info-Zentrum“, dem Veranstaltungsraum von Kraftwerk Weiher vor der Video-Leinwand Platz zu nehmen. Wir sahen uns TV-Aufzeichnungen längst vergangener Jahre an und amüsierten uns köstlich über uns selbst, wie wir halt vor mehr als 10 Jahren noch ausgesehen hatten. Bei Getränken und Kuchen warteten wir dem Regen aus und dann ging es an den Start auf die Zufahrtstraße. Nach kurzer Einweisung und der Montage von zahlreichen „Action-Cams“ an verschiedenen Fahrzeugen besprachen wir kurz was jetzt an Aufnahmen geplant war und fuhren dann schön langsam im Entenmarsch den Berg hinauf. Den Berg hinab, wieder hoch, wieder runter – und das Ganze (weil’s so schön war) noch einmal. „Fremdfahrzeuge“ waren vor die Hauptkamera geraten. Also noch ein letztes Mal den Berg hoch und dann war gegen 17 Uhr endlich alles im Kasten. Während sich Andy noch einem Interview bei der Feuerente widmen musste, fuhr ich mit der gesamten Truppe die anderen Fahrzeuge schon mal zur Halle, wo wir diese dann Stück für Stück wieder auf die angestammte Position bis zum nächsten Gebrauch brachten.

Uff, endlich geschafft, ein anstrengendes Wochenende ging dem Ende entgegen. Zurück auf dem Parkplatz machten sich die Entenfreunde und alle anderen Helfer langsam auf den Heimweg. Ich fuhr mit Heinrich Roland noch ein letztes Mal hoch zur Halle um auch die Feuerente noch abzustellen und zurück auf dem Parkplatz war dann auch Thorsten Link und das Kamerateam abreisefertig. Wir bedankten uns gegenseitig für die aufgebrachte Geduld und die schönen Momente an den beiden Drehtagen und insbesondere wir, die „Akteure“, sind nun natürlich ganz gespannt, was von den Aufnahmen, die zwei Tage an Arbeit und Zeit gekostet haben am Ende in dem etwa 7-minütigen Endprodukt „Autoliebhaber im Südwesten“, zur Anwendung kommen wird. Ich räumte noch mein gesamtes mitgebrachtes Material wieder in die Ente und verließ kurz vor 18:00 Uhr recht kaputt und ausgepowert, aber glücklich das Kraftwerk in Richtung Heimat.

Ganz lieben Dank an alle, die gekommen waren und durch Ihr Interesse nebst aktivem Einsatz zum Gelingen dieser beiden Drehtage beigetragen haben.

Ronny

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